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Zeit des Erinnerns 2019

Es brauchte Mut und Ausdauer

Lange bestimmte Schweigen die Erinnerung an die NS-Zeit. Und da der unselige Geist des Antisemitismus, des Nationalismus, der Intoleranz und der Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft noch immer lebendig ist, ist es heute vielleicht mehr denn je notwendig, an die Schrecken von Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern, deren Opfer zu gedenken und für Demokratie und Menschenrechte einzustehen. In Lübeck tun das glücklicherweise nach wie vor viele einzelne Menschen, Gruppen und Initiativen.

Die Hansestadt Lübeck steht als Mitglied des Deutschen Riga-Komitees in der Selbstverpflichtung, ihren in der NS-Zeit aus ihrer Mitte deportierten und ermordeten Bürgerinnen und Bürgern ein angemessenes und wirksames Andenken zu widmen. Das junge Forum Erinnerungskultur Lübeck befördert das Selbstverständnis der Hansestadt als Ort der lebendigen Auseinandersetzung mit seiner Geschichte. Die Initiative Gedenkort Gestapozellen arbeitet an einer Sichtbarmachung dieses historischen Ortes im Zentrum Lübecks. Dieser Ort war der Ausgangspunkt für das unsägliche Leid vieler Menschen in unserer Stadt.

Hunderte Lübecker wurden zwischen 1933 und 1945 verfolgt. Sie alle stehen für uns heute als standhafte Zeugen eines Widerstands gegen Krieg und Gewalt. Viele von ihnen ermöglichten einen gelungenen demokratischen Neuanfang. Lassen Sie uns nicht vergessen, Lübeck wurde 1945 befreit und wir alle, die heute für das Gemeinwohl verantwortlich sind, sind dieser Freiheit verpflichtet.

Kathrin Weiher
Senatorin für Kultur, Bildung und Sport der Hansestadt Lübeck

Christian Rathmer
Koordinator „Zeit des Erinnerns“

Flyer "Zeit des Erinnerns 2019" als PDF zum herunterladen

Wir begrüßen Sie herzlich im Namen der Initiative für Stolpersteine in Lübeck.

"Hier wohnte ...",  so beginnt der Künstler Gunter Demnig die Prägung in der Messingplatte jedes Stolpersteines. Es folgt der Name des Menschen, der hier wohnte, sein Geburtsjahr, das Jahr seiner Deportation oder Verhaftung, das Datum seiner Ermordung. Mit jedem Stolperstein wird der Name eines Bürgers, einer Bürgerin sichtbar vor der letzten selbstgewählten Wohnung, zieht zurück in die Nachbarschaft, zurück in diese Stadt, aus der der Mensch gerissen wurde, und bleibt in Erinnerung.

Seit 1993 gibt es das Projekt STOLPERSTEINE, das die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft lebendig hält, die Erinnerung an jüdische Menschen, die vertrieben und ermordet wurden, an Sinti und Roma, an politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas sowie an Euthanasieopfer. In vielen Städten in Deutschland und auch anderen europäischen Ländern wird Gunter Demnig von Initiativen wie hier in Lübeck unterstützt.

"Um die Namen der Opfer zu lesen, müssen wir uns vor ihnen verneigen", so Gunter Demnig.