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Zeit des Erinnerns 2018

Erinnern, Versöhnen, Frieden stiften

In deutschen Städten rotten sich Menschen zusammen und hetzen gegen ihre Mitbürger/innen. Im Netz breiten sich Hass und Gewalt gegenüber Minderheiten aus. Unsere Medien geben diesem unseeligen Treiben breiten Raum. Demgegenüber steht eine breite Zivilgesellschaft, die sich des Wertes von Frieden und Demokratie bewusst ist. Auch in diesem Jahr beteiligen sich wieder engagierte Personen und Institutionen aus unserer Stadt an den Gedenkveranstaltungen in der „Zeit des Erinnerns“. Das Angebot dabei ist so vielfältig und bunt wie seine Protagonisten.

Vor 100 Jahren beendeten Arbeiter und Matrosen den Wahnsinn des ersten Weltkrieges. 2018 jährt sich auch zum 80. Mal der antijüdische Terror der „Reichskristallnacht“ in unserem Land. Wir gedenken immer neu des mutigen Widerstands vieler Lübeckerinnen und Lübecker, besonders der vier Lübecker Geistlichen, die vor 75 Jahren für ihren Glauben ihr Leben geben mussten.

Ein zeitloses Thema ist Flucht und Vertreibung. Nach dem Zweiten Weltkrieg strandeten in Lübeck mehr als eine halbe Millionen Menschen; rund 100.000 von ihnen fanden hier eine neue Heimat. Leider sind heute noch immer Millionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung, Krieg und Gewalt. Das gemeinsame Erinnern, die wachsame Wahrnehmung und ein verantwortliches Einstehen füreinander sind dabei die besten Garanten für ein zukünftig friedliches Miteinander der Generationen, Kulturen und Religionen in einer offenen und toleranten Gesellschaft, in der Menschen die Würde des anderen Menschen achten.

Kathrin Weiher
Senatorin für Kultur, Bildung und Sport der Hansestadt Lübeck

Christian Rathmer
Koordinator „Zeit des Erinnerns“

Flyer "Zeit des Erinnerns 2018" als PDF zum herunterladen

Wir begrüßen Sie herzlich im Namen der Initiative für Stolpersteine in Lübeck.

"Hier wohnte ...",  so beginnt der Künstler Gunter Demnig die Prägung in der Messingplatte jedes Stolpersteines. Es folgt der Name des Menschen, der hier wohnte, sein Geburtsjahr, das Jahr seiner Deportation oder Verhaftung, das Datum seiner Ermordung. Mit jedem Stolperstein wird der Name eines Bürgers, einer Bürgerin sichtbar vor der letzten selbstgewählten Wohnung, zieht zurück in die Nachbarschaft, zurück in diese Stadt, aus der der Mensch gerissen wurde, und bleibt in Erinnerung.

Seit 1993 gibt es das Projekt STOLPERSTEINE, das die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft lebendig hält, die Erinnerung an jüdische Menschen, die vertrieben und ermordet wurden, an Sinti und Roma, an politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas sowie an Euthanasieopfer. In vielen Städten in Deutschland und auch anderen europäischen Ländern wird Gunter Demnig von Initiativen wie hier in Lübeck unterstützt.

"Um die Namen der Opfer zu lesen, müssen wir uns vor ihnen verneigen", so Gunter Demnig.